Den Haushalt im Griff mit Kleinkindern

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Durch mein aktuelles Gewinnspiel hatte ich euch aufgefordert, mir zu schreiben, was ihr auf meinem Blog lesen möchtet.
Vielen Dank für die vielen Zuschriften, ich werde jede einzelne noch persönlich beantworten.
Sehr viele von euch wünschen sich Tipps, wie man den Haushalt mit Kleinkindern in den Griff bekommt. Daher ist das das heutige Thema in diesem Post.

Als allererstes möchte ich anmerken: Wer ein oder mehrere Kleinkinder im Haus hat, sollte nicht nach der perfekten „Möbelhausordnung“ streben, – die ist in den wenigsten Fällen wirklich erreichbar und setzt dich nur zusätzlich unter Streß. Gerade wenn der Haushalt und die Beaufsichtigung der Kinder ganz alleine an Dir liegt, dann musst du Kompromisse eingehen. Und dabei solltest du weder auf gutgemeinte Ratschläge deiner Schwiegermutter, noch auf Tipps von Kinderlosen hören!
Vielmehr ist es sehr wichtig, dass du auf dich und deinen Bauch hörst. Wie ordentlich muss es sein, damit du dich wohlfühlst und wie unordentlich darf es sein, ohne dass du dich schlecht fühlst.
Die Ordnung ist meist weniger das Problem, diese lässt sich mit einigen einfachen Tricks recht gut erhalten. Meist ist es die Sauberkeit, die einem gerade mit Kindern im Krabbelalter oft graue Haare wachsen lässt.
Also bevor du anfängst den Wischmop zu schwingen, gehe bitte in dich und frage dich selber ganz ehrlich, wie sauber musst du es für Dich haben? Und damit meine ich für DICH! Nicht für deinen Partner oder Mann, ganz ehrlich!

Eines späten Nachmittags kommt ein Mann von der Arbeit nach Hause und findet das totale Chaos vor Die Kinder sind noch im Schlafanzug und spielen im Vorgarten im Matsch. Überall im Gras verstreut liegen leere Packungen und das Papier von Süßigkeiten. Die Türen am Auto seiner Frau stehen weit offen, auch die Haustuer ist speerangelweit auf und der Hund ist nirgendwo zu sehen.

Als der Mann in den Flur tritt sieht er dass eine Lampe umgefallen ist und der Läufer zusammengeknüllt an der Wand liegt. Im Wohnzimmer plärrt das Fernsehen laut und im Esszimmer liegen überall Spielzeug und Klamotten verstreut. In der Küche stapelt sich das Geschirr in der Spüle, die Reste vom Frühstück stehen noch auf dem Tisch, Hundefutter liegt auf dem Boden, ein zerbrochenes Glas unter dem Tisch und an der Terrassentuer liegt ein Haufen Sand.

Schnell läuft er die Treppe hoch um seine Frau zu finden und muss dabei über Spielzeug und weitere Klamottenhaufen steigen. Als er am Bad vorbeigeht, läuft ihm Wasser entgegen. Als er ins Bad sieht, sieht er einen Haufen nasse Handtücher, Seife und Spielzeug auf dem Boden. Vor der Toilette liegt abgerolltes Toilettenpapier und Zahnpasta ist über den Spiegel und über einen Teil der Wand verschmiert. Er rast ins Schlafzimmer und findet seine Frau im Schlafzimmer, im Bett liegend , ein Buch lesend vor.

Sie sieht ihn lächelnd an und fragt wie sein Tag gewesen ist. Er sieht sie verwirrt an und fragt: „Was ist denn heute hier passiert?“ Sie lächelt wieder und antwortet, „weißt Du, jeden Tag wenn Du nach Hause kommst fragst Du, was ich um Himmels Willen ich den ganzen Tag gemacht habe?“

„Ja und?“ sagt er entsetzt.

Sie antwortet: “ Na ja, heute habe ich nichts gemacht“ …

Dieser Witz kursiert im Internet und wird gerne in Hausfrauenforen gepostet und ein Stückchen Wahrheit steckt tatsächlich dahinter!5

Um deinen Tagesablauf mit Kleinkindern in den Griff zu bekommen, ist zunächst eine Grundordnung notwendig. Ich nehme an, du hast dein Zuhause schon „kindersicher“ gemacht, sodass dein Kind nirgendwo rankommen kann, wo es nicht ran soll.

Weitere tolle Ideen für das entspannte Miteinander in der Familie gibt es hier

  1. Wenn du offene Regale in kinderhöhe hast, räume sie aus oder verstaue die Dinge in abschliessbaren Kisten, die du wieder ins Regal stellen kannst.
  2. Gewöhne dir die Regel an, alles was benutzt wird, wird sofort wieder weggestellt. Dadurch hast du nicht das Problem, dass du in ein total chaotisches Zimmer kommst. Diese Regel, gemeinsam mit den Routinen am Morgen sind der Garant dafür, dass deine Wohnung zumindestens auf den ersten Blick „ordentlich“ aussieht.
  3. Für das Spielzeug stelle eine große Kiste hin, in die es eben schnell eingeräumt werden kann, wenn die Kinder fertig gespielt haben. Gerade mit kleinen Kindern kann man daraus ein Spiel machen, denn es poltert so schön, wenn man die Bauklötze in die Kiste schmeisst. Bringe ihnen schon ganz klein bei, dass das Spielzeug dort seinen Platz hat (beispielsweise, bevor das Kind ins Bett geht) Auch Kinder sind Menschen und lieben Routinen! Sogar noch viel mehr als wir Erwachsene, weil sie ihnen Sicherheit geben. Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig für Kinder, auch wenn ich selber weiss, dass das manchmal schlichtweg unmöglich ist
  4. Wenn du für dich wichtige Aufgaben hast, terminiere sie dir so, dass du sie in der Zeit auch erledigen kannst.  Unterscheide dabei nach wichtigen und dringlichen Aufgaben. Nicht jede wirklich wichtige Aufgabe ist so dringlich, das sie nicht auch noch später erledigt werden kann!
  5. Nutze Routinen, um dein Kind zu konditionieren (für den Satz werde ich garantiert angegriffen! 😉 ) Dabei meine ich den gar nicht böse. Wenn du deinem Kind von klein auf an beibringst, dass es zu bestimmten Zeiten bestimmte Aufgaben gibt, wird das Leben leichter, für dein Kind, weil es weiß was kommt und für dich. Bei uns gab es nach dem Mittagessen immer eine „stille halbe Stunde“ in der entweder geschlafen oder gelesen wurde. In der Zeit habe ich dann die Küche aufgeräumt.
  6. Gerade wenn die Kinder noch sehr klein sind und viel deiner Kräfte zehren, passe dich ihrem Rhythmus an. Wenn dein Kind schläft, nutze diese Zeit, um ebenfalls auszuruhen anstatt den gesamten Haushalt zu wienern. Eine kaputte und müde Mutter reagiert viel schneller gereizt und das hilft niemanden.
  7. Schliess dich, gerade wenn du allein bist, ob nun weil du alleinerziehend bist oder weil dein Partner den ganzen Tag auf Arbeit ist, mit anderen Müttern zusammen. Gerade wenn Kinder im selben Alter sind, wechselt euch ab. Man kann hier hervorragend zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Macht feste Termine aus, in denen ihr gegenseitig eure Kinder bei der anderen „parkt“. In dieser Zeit kann man entweder größere Aufgaben im Haushalt erledigen oder auch stressfrei einkaufen und die Kids haben auch noch Spaß dabei.
  8. Lass dich von der „Kindergartenmafia“ nicht beeindrucken. Es gibt immer die eine oder andere Mutter, die alles politisch korrekt macht, zumindest nach aussen hin. Ganz ehrlich, mir gingen diese „Übermütter“, die stundenlang zuhause lustige Kuchen nach den neuesten Trends für den ganzen Kindergarten gebacken haben immer gehörig auf den Zeiger. Ich hab (da ich auch in der Kindergartenzeit berufstätig war und da ich noch nie die geborene Bäckerin war) auch schon mal einen Kuchen fertig gekauft, mit dem Nudelholz ein wenig unförmig gehauen und neuen Puderzucker drauf gemacht. 😉 Es muss nicht jedes Kind mit lustig geschnitzten Gemüsegesichtern im Kindergarten erscheinen und auch wenn Bento echt in ist, wenn du da weder Zeit noch Lust zu hast, lass es einfach sein und fühle dich deshalb nicht schlecht.
  9. Mach dir keinen Stress mit der Kleidung! – Ich habe Kontakt zu einer Frau gehabt, die drei kleine Kinder zuhause hat und der Mann innerhalb der Woche zur Montage ist. Eine Mordsaufgabe also. Sie fragte mich, wie sie ihre Wäscheberge in den Griff bekommen könnte. Als ich näher nachfragte, stellte sich heraus, dass sie alle Kleidungsstücke bügelt. ALLE! Auch die Unterhosen! Und sie erzählte mir, dass sie ihre Kinder 4x am Tag umzieht. Ja da würde ich auch kapitulieren oder eine Bügelfrau einstellen! Im Kindergarten meines Sohnes und auch auf den Spielplätzen, die wir besucht haben, habe ich immer wieder Kinder gesehen, die dazu angehalten wurden, sich ja nicht dreckig zu machen. Kinder im Alter von 3, 4 oder 5 Jahren….Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst als Kind häufig auf einem Bauernhof zu Gast war und selbst stundenlange Badewannensitzungen oft das schwarze von meinen Händen und Füßen kaum abbekommen haben, aber ich bin der Meinung, Kinder sollen in erster Linie spielen und Spaß haben. Die Kindheit ist so schnell vorbei. Bei mir gab es 2 Sorten Kleidung, die für gut, wenn wir beispielsweise in die Stadt gingen oder irgendwo eingeladen waren und die für den Alltag. Und da durfte dann auch mal ein Fleck drauf. Denk daran: Du wohnst nicht im Möbelkatalog und dein Kind kommt nicht aus dem Ottokatalog!
  10. Entstresse deinen Alltag, indem du die Berge nicht so groß werden lässt. Lass den Frühstückstisch nicht bis zum Mittag stehen, das Abräumen dauert maximal 5 Minuten und du kannst eventuell dein Kind sogar mit einbinden. Ein Bügelberg, für den man 2 Stunden am Brett stehen muss, wird wahrscheinlich auf 3 Stunden anwachsen, weil du keine Zeit oder keine Kraft dafür aufbringen kannst, das an einem Stück zu erledigen. Die vier Teile aus der Waschmaschine von heute, die du gerade von der Leine abgenommen hast, die sind schnell gebügelt, dass kann man auch mal eben abends in der Werbepause beim TV erledigen.
  11. Lege Aufgaben zusammen. Wenn ich morgens im Bad mich fertig mache, wische ich gleich dabei eben die Dusche, das Waschbecken und die Toilette aus. So ist das Bad vorzeigbar, wenn ich es verlasse.
  12. Solltest du einmal einen Magen-Darm-Virus oder eine Läuseplage im Haus haben, was garantiert in regelmässigen Abständen passiert, wenn dein Kind im Kindergarten ist, behalte die Ruhe. Alles andere ist dann eher unwichtig.
  13. Vergiss nicht, dein Kind erinnert sich später nicht daran, dass man zuhause immer vom Boden essen konnte, sondern wie du Zeit mit ihm verbracht hast.
  14. Lerne, um Hilfe zu bitten! – Klingt so einfach ist aber für viele von uns total schwer. Wenn du nicht weiterkommst, frage jemanden, ob er dir die Kinder beaufsichtigen kann, während du Aufgaben erledigst, die deine volle Konzentration erfordern.
  15. Bereite rechtzeitig vor. Wenn du bereits abends die Kleidung rauslegst, die am nächsten Morgen benötigt wird, ersparst du dir viel Stress am nächsten Morgen. Ebenso kann man den Frühstückstisch schon vordecken, wenn man abends noch die Küche aufräumt. Wir haben uns sogar angewöhnt, die Kaffeemaschine schon so weit zu befüllen, das man morgens schlaftrunken nur den Knopf drücken muss.
  16. Genauso ist es mit Unterlagen. Besorge dir eine Terminmappe oder auch ein Classei-Kalendersystem (ein ausführlicher Bericht dazu folgt in den nächsten Tagen). Wenn du weisst, das du beispielsweise einen Termin beim Kinderarzt hast, bei dem du das Impfheft benötigst, lege es dir in den entsprechenden Tag. So ersparst du dir das hektische Suchen 5 Minuten vor Abfahrt.
  17. Leserin Anja verriet mir, dass sie abends duscht und nur den Haaransatz föhnt, um morgens gleich gepflegt auszusehen.- Dazu habe ich noch einen Tipp: Wenn du unter der Dusche stehst und dich bereits mit Duschgel gewaschen hast, einfach den nassen Körper mit Babyöl einreiben, kurz abduschen und abtrocknen. Geht superschnell und deine Haut freut sich über die zusätzliche Pflege.

Ich fände es total toll, wenn diese Tipps hier weiter anwachsen, also wenn du noch einen Tipp hast, immer her damit in die Kommentare.

Es gibt ganz sicher noch viele tolle Tipps, wenn wir die hier in einer Art Checkliste für alle Mütter kleiner Kinder sammeln, fände ich das ganz hilfreich für alle.

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4 thoughts on “Den Haushalt im Griff mit Kleinkindern”

  1. Hallo yvonne, genauso hab ich es gemacht. Da ich 2 etagen hatte, habe ich unten eine spielzeugfreie Zone eingerichtet, es gab aber alle 3 wochen eine ausnahme, weil ihr papa dann immer Nachtschicht hatte. Wenn er aufstand und duschte, gingen alle spielzeuge wieder nach oben. Die kinder fanden es lustig, und da es routine war, klappte es gut. Allerdings habe ich oft aufräum spiele gemacht. Am anfang habe ich gezählt und den Kindern gesagt, heute habe ich bis 72 zählen müssen bis ihr fertig seid, also kann ich noch bis hundert nur noch 28 zählen für die zeit lese ich euch vor, – mal sehen wie lamge ich morgen zählen muss bis ihr fertig seid. Sie waren bei 17 fertig, okay dann lese ich bis 100 vor. Das waren dann 2 geschichten. Die kinder waren glücklich und die zimmer aufgeräumt. Genauso hab ich es abends beim Zähneputzen und schlafanzug anziehen gemacht. Bei 3 waren sie im bett. Sowas ist entspannend. Und wenn sie mal unruhig waren und nicht schlafen wollten, hab ich angedroht, dass ich nächsten abend nicht lesen werde. Das wurde einmal durchgezogen (was echt nerven gekostet hat), aber ich habe wort gehalten und danach wussten die Kinder nein ist nein. Auch bin ich jeden Nachmittag für eine stunde auf den Spielplatz gegangen. Meist nach der Kaffeezeit. Dann konnten die kinder sich austoben. Meine freundin und ich haben dann dort scrabble oder take it easy gespielt. Wäsche habe ich jeden tag gemacht. So war es nicht zuviel auf einmal. Und morgens wurde sauberes angezogen und das blieb bis auf ausnahmen auch an (toilettenunfall oder dergleichen). Ich hatte ohne es zu wissen aufräum-Routinen Zu-bett-geh-routinen und spielplatz-routinen. Als die kinder älter waren 7 und 11 bin ich dann 5 jahre jeden tag (5mal die Woche) eine stunde schwimmen gegangen. Die kinder haben 10 bahnen geschwommen und durften dann spielen gehen, ich habe dann meine bahnen gezogen. So waren wir alle 3 müde und zufrieden. Die Badekleidung wurde jeden tag gewaschen, da wir aber immer in der badeanstalt geduscht haben- habe ich trotzdem wasser gespart. Ich muss dazu sagen, das unser Hallenbad sehr günstig war, bei einer saisonkarte für den winter kostete ein kind 0,50 euro und ich 0,75 euro, so dass ich täglich nur 1,75 euro zahlte, dass war es mir wert. Im sommer sind die kinder dann oft am wochenende mit freunden noch ins schwimmbad, merkten aber, das ein halber tag eigentlich zuviel ist und haben sich wieder auf die tägliche routine gefreut. LG Jasmin

  2. Als Nachtrag, wenn besuch kam für die kinder, haben wir sie zum schwimmen mitgenommen. Das war für die kinder immer ein Highlight- natürlich muss man das wollen. Danach habe ich oft ofenpommes gemacht und die kinder waren glücklich. LG Jasmin

  3. Wir haben auch im Wohnzimmer nur eine kleine Kiste Spielzeug, die schnell aufgeräumt ist. Der große Rest liegt im Kinderzimmer und soll(te) auch da bleiben (die beiden Jüngsten schleppen aber gerne noch was rum). Zudem haben wir eine „Malschublade“ im Esszimmer, d.h. alle Malsachen liegen da drin. Wer malen will, holt es sich raus und räumt es später wieder ein. Wird auch gerne genutzt und es ist in meiner Nähe/Aufsicht, so dass nicht plötzlich alle Wände im Kinderzimmer grün sind….
    Wäsche hab ich auch viel (bei 3 kleinen Kindern), aber ich bügele NICHTS und stecke auch Sachen mal in den Trockner, hole sie raus, lege sie zusammen und fertig.
    Und ich koche gerne doppelte Portionen (einmal kochen, zweimal essen). Spart Zeit und (Koch-)Geschirr. (Wenn möglich würde ich auch 1x „richtig“ kochen und dann 5 Portionen einfrieren und bei Bedarf auftauen…leider haben wir keine so große Gefriertruhe) .

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